Die Werkfeuerwehr Weihenstephan stellt sich vor!

Die Werkfeuerwehr Weihenstephan in Freising stellt sich vor!

Am 10. Mai 1864 wurde die Gründung der Werkfeuerwehr vollzogen. Seitens des Staatsministeriums für Handel und öffentliche Arbeiten wurde ein Betrag von 300 Gulden genehmigt.
Von der Firma Metz in Heidelberg wurden zwei Spritzen, eine Stadt- und eine Landspritze, sowie eine Haspel im Wert von 2350 Gulden bestellt. Diese Geräte trafen am 08. Mai 1865 in Weihenstephan ein.
Wenige Wochen später kam dann das neue Löschgerät auch schon zum Einsatz.
Am 13. Juni 1865 nämlich brach in Moosburg ein verheerendes Feuer aus.
Die Feuerwehren aus Landshut, Freising und Weihenstephan wurden zum Einsatz gerufen.
Im Güterwagen, der einem Kurierzug angehängt wurde, erreichten in 13 Minuten die Wehren aus Freising die Nachbarstadt. Bei diesem schweren Brandunglück wurden 108 Dachstühle ein Raub der Flammen.

In den Weihenstephaner Journalen finden sich vom 22.Juni 1865 einige öffentliche Anerkennungen für diese Leistung von der königlichen Regierung in München.
Eine weitere öffentliche Anerkennung der Regierung von Oberbayern, sowie der Direktion des Bezirksamtes Freising für die mit Umsicht und Tatkraft geleistete, anstrengende Arbeit bei der Niederkämpfung des Rudlfinger Waldbrandes vom 1. Mai 1869 ist in den Journalen enthalten.

Der 15. August 1869 war für die Werkfeuerwehr ein besonderer Tag.
Die Frauen und Jungfrauen Freisings, wie es in den Aufzeichnungen heißt, übergaben in einer feierlichen Fahnenweihe die von ihnen gefertigte Standarte.

Zwischendurch finden sich in den Aufzeichnungen immer wieder öffentliche Anerkennungen, wie z. B. die des Bezirksamtes Freising und des Bürgermeisters von Vötting, Herrn Habermeier, anlässlich eines Brandes im Vöttinger Gemeindehaus am 7. Januar 1870
oder von der königlichen Versicherungskammer wegen eines Brandes in den Isarauen am 25. Februar 1870 und ein Brand in Freising am 26.11.1882.


Viele Schreiben von Gemeinden aus ganz Bayern und Mittelfranken sind erhalten, woraus hervorgeht, dass diese ihre Feuerwehrstatuten und Einrichtungen nach dem Muster der Weihenstephaner Wehr errichten wollen.
1896 wird die Freiwillige Werkfeuerwehr nach Auflösung des Internats zur Pflichtfeuerwehr 1919 Betriebsfeuerwehr.
16.März 1927 Angliederung an die Ortsfeuerwehr Vötting.
Ab 1933 wieder selbstständig. Ab dem Jahre 1933, dem Beginn der NS-Herrschaft, wurde die Weihenstephaner Wehr selbständig und 1937 in einen Halblöschzug nach Klasse A mit 27 Mann eingegliedert.


Am 9. November 1943 wurde ein Löschfahrzeug angeschafft, ein LF 8 von Daimler-Benz.
In den Kriegsjahren waren nicht nur verschiedene Einsätze in Freising sondern auch im benachbarten München und Umgebung zu leisten.
1961 wurde das Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF8), eine Anhängeleiter, ein Pulverlöschanhänger P 250 sowie neue Schutzkleidung angeschafft.
1974 bezog die Werkfeuerwehr die neue Unterkunft und ein Tanklöschfahrzeuges (TroTLF 16), neue Einsatzkleidung und Uniformen wurden beschafft.
Eine Gesamtalarmierung für Weihenstephan mit zentraler Brandmeldeanlage und automatischer Funkalarmierung wurde eingerichtet und die ersten 20 Funkalarmempfänger ausgegeben.
1980 wurde ein Löschgruppenfahrzeug (LF 8) und ein Gerätewagen Atem-, Chemie und Strahlenschutz (GW- A/S) angeschafft.
1996 Einweihung der neuen Feuerwehrwache
Ab dem Jahre 2001 wird der Fahrzeugpark sukzessive ersatzbeschafft und verjüngt. So werden nacheinander ein Sonderlöschmittelfahrzeug, ein Kommandofahrzeug, ein Mehrzweckfahrzeug und ein Gerätewagen-Gefahrgut beschafft.
Auch eine DLK findet den Weg nach Weihenstephan. Die Werkfeuerwehr reagiert somit auf die immer steigenden Ansprüche, welche der Wissenschaftstandort in puncto Sicherheit stellt.
Auch die Einsatztaktik wird angepasst. So agiert die Werkfeuerwehr ab nun immer in Staffelstärke.


2007 bringt der Werkfeuerwehr eine Überprüfung durch die Regierung von Oberbayern. Es wird ein neuer Anerkennungsbescheid erlassen.
Zwischenzeitlich wurden das Kommandofahrzeug und das Einsatzleitfahrzeug wieder verjüngt, unter anderem, um der neuen Aufgabe des First-Responders gerecht zu werden.
In 2011 verändert dann auch die Mannschaft ihr Aussehen, da neue Einsatzkleidung in der Farbe beige/blau beschafft wird.
Im Jahre 2013/2014 werden drei Mitarbeiter des Gebäudemanagements in die Werkfeuerwehr abgeordnet.
Sie setzten sich aus einem Gerätewart und zwei ausgebildeten Berufsfeuerwehrleuten (dem LdWF und dem stv. LdWF) zusammen.
Die Werkfeuerwehr Weihenstephan wird als eigenes Sachgebiet in der ZA4 geführt.
Sämtliche mit dem Brandschutz verknüpfte Themen liegen im Verantwortungsbereich der Werkfeuerwehr.

http://www.feuerwehr.wzw.tum.de

Text/Bild: Werkfeuerwehr Weihenstephan