Vorstellung der Werkfeuerwehr Roche Diagnostics GmbH Werk Penzberg

Der 1972 durch die Firma Boehringer Mannheim in Penzberg gegründete Standort hält die Forschung,
Entwicklung und Produktion der beiden Divisionen Pharma und Diagnostics am Standort inne, welcher sich auf ein Areal von ca. 430.000m² erstreckt.
Zudem ist er das Biotechnologie-Zentrum zur Produktion von Medikamenten und In-vitro-Diagnostika.
Die Anzahl der Mitarbeiter im Werk beläuft sich auf ca. 6200 Beschäftigte, aus 55 verschiedenen Nationen. Hinzu kommen täglich rund 1000 bis 1500 Fremdfirmen und Besucher.

Die seit 1977 bestehende Werkfeuerwehr kann auf die Tatkraft von insgesamt 66 Einsatzkräften zurückgreifen.
24 Einsatzkräfte verrichten ihren Dienst im Hauptamt; 42 im Nebenamt. Um die Sicherheit trotz des hohen Gefahrenpotenzials im Werk (hohe Personenzahl und –dichte, biotechnologische Produktion,
Reinräume, Biolabore und infektiöse Substanzen, um nur einige zu nennen) stets zu gewährleisten, ist ein Betrieb der Wehr in zwei Schichten erforderlich.
Hierzu wurde auch die 2015 erbaute Feuerwache im Jahre 2019 erneut umgebaut und an den 24h-Dienst angepasst.
Pro Schicht gibt es sechs Funktionen zu besetzen, welche durch hauptamtliche Kräfte abgedeckt sind (Schichtführer: Brandschutzmeister/ B III; Mannschaft: Brandschutzfachkraft/ Brandmeister).
Bei Bedarf können jedoch zusätzlich bis zu neun Funktionen durch nebenamtliche Kräfte besetzt werden.

Den Mitarbeitern der Werkfeuerwehr obliegt natürlich nicht nur der Brandschutz. Auch diverse Zusatzaufgaben werden von ihnen übernommen.
Hierzu gehören die werkweite Koordinierung, Wartung und Prüfung der Atemschutz-, sowie der tragbaren Gasmesstechnik, die Ausgabe von Leihgeräten und spezieller Chemikalienschutzkleidung.
Hinzu kommt die Handfeuerlöscherunterweisung aller Werkmitarbeiter, die Ausbildung der Brandschutzhelfer und die Mitarbeiterunterweisung für Atemschutz und CSA.

Zu den im Werk vorhandenen Löschanlagen zählen vier Wasser- und Schaumsprinkleranlagen, drei Wasser- und Schaumsprühflutanlagen, neun CO²-,
Argonit-, und Argonlöschanlagen und 14 halbstationäre Schaum-/ CO²-Löschanlagen. Um diese und auch andere brandschutz- und feuerwehrtechnische Mittel stets beherrschen zu können,
sind regelmäßige Übungen ein Muss. Diese werden sowohl im Schichtdienst integriert, als auch zweimal pro Woche mit den nebenamtlichen Kameraden abgehalten.
Hierbei wechselt sich der allgemeine Übungsdienst mit den verschiedenen Fachübungsdiensten (Maschinisten, Seiltechnik, Atemschutz, Gruppen-/ Zugführer) ab.

Seit Gründung des Werkes gab es keinen Tag ohne Baustelle.
Dadurch ist eine permanente Betreuung von Projekten unterschiedlichen Umfangs seitens der Werkfeuerwehr (vorbeugender und abwehrender Brandschutz,
Begehungen, sowie die Kontrolle der Auflagen und Aktualisierung der Feuerwehrpläne) ein nicht geringer Teil des Tagesgeschäfts.

Bedingt durch die vielen Reinräume und Hygienezonen (fast sämtliche Produktions- und Laborflächen im Werk) liegt das Hauptaugenmerk
auf der Vermeidung von Verschmutzungen in den Räumen, bzw. des Verhinderns der Verschleppung infektiöser Substanzen.
So unterziehen sich die Einsatzkräfte zur Erkundung bei nicht bestätigten Brand- und Gasmeldealarmen oder bei Hilfeleistungen,
wie z. B. Aufzugbefreiungen, im Normalfall immer der notwendigen Einschleuse-Prozedur in die nahezu sterilen Räume (Abweichungen davon gibt es nur in dringenden Fällen).

Zusätzlich unterstützen die Einsatzkräfte den medizinischen Dienst des Werkes bei jedem Einsatz. Außerhalb der normalen Tagesarbeitszeit erfolgt die medizinische Erstversorgung durch die Werkfeuerwehr.

 

© Text/Bilder: Werkfeuerwehrverband Bayern