Vorstellung der Werkfeuerwehr Wacker Chemie AG Burghausen

Am 13. Oktober 1914 wurde der heutige Konzern WACKER-Chemie AG von Alexander Wacker im Alter von 67 Jahren unter dem Namen „Dr. Alexander Wacker Gesellschaft für elektrochemische Industrie K. G.“ am Standort Burghausen gegründet.

Einer der Hauptgründe für diese Örtlichkeit war die Möglichkeit, auf Grund der hier vorhandenen Topografie den für die Produktion damals schon notwendigen Strom einfach herzustellen.
Anfangs wurde Calciumcarbid zur Gewinnung von Ethin (= Acetylen), geplant zur Lichtversorgung in Straßenlampen, erzeugt.
Durch die schnelle Einführung der Überlandleitungen für Strom, auch auf dem Land, mussten dann aber schnell andere Ideen her.

Aus Ethin und Chlor wurde dann Tetrachlorethan hergestellt und damit die Grundlage für die Produktion von Lösungsmitteln geschaffen.
Weitere chemische Grundlagen wurden entwickelt z. B. auch für Essigsäure in industriellem Maßstab. Heutzutage stellt WACKER über 3.500 verschiedene Produkte her.
Unter anderem für die Bauindustrie, für kosmetische Anwendungen, Silizium für Photovoltaikanalgen aber auch als Halbleiter in elektronischen Bauteilen, Klebstoffe in jeglicher Form z. B. auch für die Automobilindustrie usw.

Heute ist der Standort Burghausen der größte Standort des Konzerns.
Etwa 10.000 Mitarbeiter produzieren hier im Herzen des bayrischen Chemiedreiecks, heute auch neudeutsch „Chemdelta Bavaria“ genannt, in ca. 1.000 Gebäuden und Anlagen auf einer Fläche von etwa 2,5 km² Grund- und Fertigprodukte.

Trotz der unmittelbaren Nähe zu der Raffinerie eines österreichischen Mineralölkonzerns stammen die Grundstoffe für unsere Produkte aber nicht hauptsächlich aus Erdöl,
sondern sind in erster Linie Salz und Silizium, welches aus eigenen Bergwerken (Salzbergwerk aus Stetten) oder anderen Produktionsstätten (Silizium aus Holla in Norwegen) stammt.
Insgesamt hat der Konzern WACKER weltweit 26 Produktionsstandorte, auch 105 Tochterfirmen und Beteiligungen gehören dazu.

Bereits zweieinhalb Jahre nach der Gründung der Firma wurde am 1. Mai 1917 auch schon die damals noch „Fabriksfeuerwehr Wacker“ gegründet.
Mit über 100 Jahren dürfte die WF WACKER damit eine der älteren Werkfeuerwehren unserer Republik sein. Entsprechend durfte im Jahr 2017 auch der 100. Geburtstag gebührend gefeiert werden.

Heute (2020) ist die Werkfeuerwehr WACKER eine professionell geführte Gefahrenabwehreinheit mit 76 rein hauptberuflichen Feuerwehrkräften.
Dem Anerkennungsbescheid entsprechend haben alle Mitarbeiter der WF die selbe Ausbildung, die auch die vergleichbaren Kollegen der Berufsfeuerwehren in Bayern haben (mind. mittlerer feuerwehrtechnischer Dienst, Qualifikationsebene 2),
alle 6 Wachabteilungsführer und deren 3 Stellvertreter (auf 3 Schichten) sowie die Führungsebene in der Tagschicht sind entsprechend dem gehobenen feuerwehrtechnischen Dienst ausgebildet,
der Leiter Gefahrenabwehr/Brandschutz darüber hinaus im höheren feuerwehrtechnischen Dienst.

Apropos Ausbildung: Die WACKER Werkfeuerwehr ist seit über 25 Jahren anerkannte Ausbildungsstelle für den Fortbildungsberuf Brandschutzfachkraft IHK und bildet da nicht nur eigene Kräfte aus,
sondern inzwischen Kollegen von Werkfeuerwehren aus der ganzen Bundesrepublik Deutschland.

Noch weiter, nämlich europaweit, führen die Aktivitäten im Rahmen von TUIS. Im Transport Unfall- und Informationssystem der chemischen Industrie ist WACKER eines der Gründungsmitglieder und eine der 14 großen deutschen Leitstellen,
die sich rund um die Uhr um die Hilfe bei Unfällen und Problemen mit Gefahrgut kümmern. Die weitesten Wege führten unsere Werkfeuerwehrangehörigen dabei schon bis Hamburg, in die Niederlande, nach Frankreich, Spanien oder Italien.
In Österreich sind wir ständig in der Liste der dort für TUIS zuständigen Werkfeuerwehren aufgeführt.

Sogar weltweit unterstützen Kräfte der WF WACKER Burghausen andere Standorte von WACKER mit Rat und Tat.
Besonders im Rahmen des vorbeugenden Brandschutzes bei Begehungen und Versicherungsaudits aber auch zu Schulungszwecken sind Burghauser Feuerwehrleute immer wieder auch im fernen Ausland unterwegs um die dortigen Standorte zu unterstützen.

Normalerweise ist das Einsatzgebiet der WF WACKER aber das Werkgelände in Burghausen plus die außerhalb des Werkzaunes gelegenen WACKER-Liegenschaften.
Hier wird sowohl der abwehrende, als auch der vorbeugende Brandschutz in allen Facetten bedient, die allgemein bekannten Stichwörter sind hier „Retten – Löschen – Bergen – Schützen“.
Besonders für das erste Schlagwort, das Retten, ist die Werkfeuerwehr aber nur teilweise zuständig. Teilweise deshalb, weil die beiden Rettungsfahrzeuge bei der Werkfeuerwehr stationiert sind und auch der Fahrer des jeweiligen Fahrzeugs von der Werkfeuerwehr gestellt wird, das medizinische Personal kommt allerdings vom ebenfalls 24-Stunden besetzten Gesundheitsdienst, dessen Gebäude direkt neben der Feuerwache liegt.

Um die insgesamt gestellten Aufgaben bewältigen zu können, verfügt die WF WACKER über ein umfangreiches Arsenal an Fahrzeugen, Wechselladercontainern und speziellem Equipment.
Bilder hiervon, aber auch über die genauere Historie der WF, die weiteren Aufgaben, detailliertere Daten und Fakten finden Sie in den beiden anhängenden Links.

 

100 Jahre Werkfeuerwehr Wacker

 

Fuhrpark Werkfeuerwehr Wacker

 

 

© Text/Bild: Werkfeuerwehr Wacker Chemie AG Burghausen